Inhaltsverzeichnis:
- Peta kritisiert Zucht im Zoo Schwerin
- Studie von 2018 bestätigt Inzuchtprobleme
- Zoo-Direktor Schikora verteidigt Zuchtprogramm
- Schweriner Zoo hält an Löwenzucht fest
Peta kritisiert Zucht im Zoo Schwerin
Am Dienstag verstarb das Jungtier. Zunächst kümmerte sich Heidi fürsorglich um das Baby. Später ließ sie es jedoch ohne Beachtung. Medikamente, Zufütterung und sogar der Versuch einer Ammenaufzucht durch die Löwin Rubi scheiterten. Schließlich tötete Rubi das Junge ihrer Schwester.
Nach Ansicht von Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin von Peta, könnte Heidi instinktiv bemerkt haben, dass ihr Nachwuchs erkrankt war. „Es ist gut denkbar, dass die Löwenmutter gespürt hat, dass ihr Nachwuchs von inzuchtbedingten Erkrankungen betroffen ist“, erklärte Würz. Sie bezeichnete die Zucht von Asiatischen Löwen als „eine Sackgasse und völlig unverantwortlich“.
Studie von 2018 bestätigt Inzuchtprobleme
Peta verweist auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2018. Demnach basiert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm auf nur neun Gründertieren. Viele von ihnen seien verwandt gewesen. Mehr als 50 Prozent der gezüchteten Löwen in Gefangenschaft starben innerhalb der ersten 30 Tage nach der Geburt.
Die Organisation fordert, dass die Haltung Asiatischer Löwen in Zoos beendet wird. Stattdessen solle die Art ausschließlich im Gir-Nationalpark in Indien geschützt werden. Nur dort könne die Population langfristig erhalten bleiben.
Zoo-Direktor Schikora verteidigt Zuchtprogramm
Der Direktor des Zoos Schwerin, Dr. Tim Schikora, wies die Vorwürfe zurück. Er erklärte, dass das Zuchtprogramm den Gesamtbestand im Blick habe, um Inzucht zu vermeiden. Beispiele für erfolgreiche Nachzucht sind die 2023 geborenen Jungtiere Ravi und Kirana. Sie wurden an Zoos in Schweden und Großbritannien abgegeben, um eigene Rudel zu gründen.
Bei dem jetzt verstorbenen Tier habe es keine Hinweise auf genetische Defekte gegeben. Schikora vermutet vielmehr, dass Heidi zu wenig Milch produzierte. Die 14-jährige Löwin gilt bereits als älter.
Schweriner Zoo hält an Löwenzucht fest
Trotz der Verluste will der Zoo Schwerin die Zucht fortführen. Nach Angaben des Tierparks trägt er damit zum Aufbau einer Reservepopulation bei. Rückschläge habe es auch in der Vergangenheit gegeben. Im Frühjahr 2023 brachte Löwin Indi zwei Junge zur Welt, die jedoch die erste Nacht nicht überlebten.
Der Zoo sieht in seinem Beitrag eine wichtige Maßnahme zum Schutz der stark bedrohten Asiatischen Löwen. Peta dagegen fordert weiterhin das sofortige Ende aller Zuchtversuche in europäischen Einrichtungen.
Quelle: NORDKURIER, YouTube, www.24edu.info/de