Inhaltsverzeichnis:
- Mietvertrag seit 1998 und Prüfauftrag 2019
- Wirtschaftlichkeit des Erwerbs
- Belastungen für den Haushalt 2026
- Zusätzliche Kosten in Pflichtbereichen
- Entscheidung im November erwartet
Mietvertrag seit 1998 und Prüfauftrag 2019
Die Verwaltung nutzt das Gebäude seit 1998. Der Mietvertrag endet im Jahr 2027. Schon 2019 beschloss die Stadtvertretung im Rahmen des Haushaltssicherungsprogramms eine Prüfung der Optionen. Dabei wurden vier Varianten gegenübergestellt:
- Verlängerung des Mietvertrages um 10 oder 20 Jahre
- Anmietung eines anderen Gebäudes, etwa im ehemaligen Arbeitsamt am Margaretenhof
- Neubau eines Verwaltungsgebäudes
- Kauf mit anschließender Sanierung
Die Analyse zeigt, dass der Kauf die wirtschaftlichste Variante ist.
Wirtschaftlichkeit des Erwerbs
Die Verwaltung rechnet bei einem Kauf mit einer jährlichen Ersparnis von 190.931,92 Euro im Vergleich zur zehnjährigen Verlängerung des Mietvertrages. Grundlage ist ein Betrachtungszeitraum von 50 Jahren. Ein wichtiger Vorteil: Die Stadt wäre unabhängig von künftigen Mietpreiserhöhungen und hätte volle Gestaltungsfreiheit.
Ein weiterer Pluspunkt ist die zentrale Lage. Die Nutzung des Stadthauses würde die Innenstadt beleben und Leerstand verhindern. Zudem ist das Gebäude gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Belastungen für den Haushalt 2026
Die Investition bringt kurzfristig hohe Kosten. Für 2026 sind Zahlungen von 44,52 Millionen Euro vorgesehen. Sie setzen sich zusammen aus Kaufpreis, sechs Prozent Nebenkosten und ersten Sanierungsarbeiten. Dafür müsste die Kreditermächtigung um denselben Betrag auf 99,01 Millionen Euro erhöht werden.
Die Folgen für den Haushalt sind deutlich:
- Das geplante Jahresergebnis 2026 verschlechtert sich von minus 16,35 Millionen Euro auf minus 44,31 Millionen Euro.
- Der negative Saldo aus laufenden Ein- und Auszahlungen steigt von 5,13 Millionen Euro auf 33,09 Millionen Euro.
| Jahr | Ergebnis geplant | Ergebnis nach Kauf | Saldo laufend vorher | Saldo laufend nach Kauf |
|---|---|---|---|---|
| 2026 | -16,35 Mio. € | -44,31 Mio. € | -5,13 Mio. € | -33,09 Mio. € |
Zusätzliche Kosten in Pflichtbereichen
Parallel treten andere Belastungen auf. Für 2026 werden in der Jugendhilfe Mehrbedarfe von 12,75 Millionen Euro erwartet. Im Bereich Bildung und Sport entstehen zusätzliche 4,33 Millionen Euro. Im Sozialbereich kommen 3,1 Millionen Euro hinzu. Diese Zahlen erhöhen den Druck auf den Haushalt zusätzlich.
Entscheidung im November erwartet
Das Angebot kommt zu einer schwierigen Zeit. Kurzfristig drohen hohe Belastungen, langfristig aber Einsparungen. Die Stadtvertretung will im November entscheiden, ob Schwerin Eigentümerin des Stadthauses wird. Damit könnte eine Weichenstellung erfolgen, die Finanzen und Stadtentwicklung über Jahrzehnte beeinflusst.
Quelle: SCHWERIN.NEWS, www.milkecorp.com/de