Freitag, 12 September 2025 12:49

Trickbetrug in Schwerin trifft 95-Jährige

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Seniorin in Schwerin Opfer von Trickbetrügern Seniorin in Schwerin Opfer von Trickbetrügern Pixabay/Foto illustrativ

Eine Seniorin aus Schwerin verliert ihre gesamte Rente nach einem Trickbetrug. Der Fall zeigt, wie skrupellos Täter vorgehen und wie Behörden nun reagieren.

Inhaltsverzeichnis:

Gertrud K. aus Schwerin-Neu Zippendorf

Gertrud K. ist 95 Jahre alt. Sie lebt seit Jahrzehnten in ihrer Wohnung im Stadtteil Neu Zippendorf. Im Sommer öffnete sie die Tür, als zwei Fremde klingelten. Ein Mann und eine Frau baten um eine Unterschrift, angeblich im Namen der Nachbarn.

Während die Seniorin in der Küche nach einem Stift suchte, durchsuchten die Täter die Wohnung und nahmen ihr Portemonnaie mit rund 500 Euro. Zurück blieb nur eine leere Geldbörse.

Noch am selben Tag meldete sich die Frau bei der Polizei und erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Sie erhielt Fotos mutmaßlicher Täter, konnte jedoch niemanden identifizieren.

Polizei in Mecklenburg-Vorpommern

Die Beamten verweisen darauf, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. In Schwerin und im ganzen Bundesland werden ältere Menschen regelmäßig Opfer solcher Betrugsmaschen.

Zu den gängigsten Methoden gehören:

  1. Auftreten als falsche Polizisten mit der Behauptung, Geld oder Schmuck sichern zu müssen.
  2. Vortäuschen von Handwerkern oder Anwälten.
  3. Telefonanrufe mit dem sogenannten Enkeltrick.
  4. Gewinnversprechen, die Vorauszahlungen verlangen.
  5. Liebesbetrug im Internet sowie Verkaufsfahrten mit überteuerten Waren.

Die Polizei registriert jährlich mehrere Hundert solcher Vorfälle.

Seniorensicherheitsberater in Schwerin

Um den Tätern entgegenzuwirken, setzt die Stadt Schwerin auf ein Netzwerk pensionierter Polizisten. Diese Seniorensicherheitsberater informieren, halten Vorträge und geben Verhaltenstipps.

Wichtige Hinweise sind:

  • Keine Unterschriften für Unbekannte leisten
  • Fremde nicht in die Wohnung lassen
  • Niemals Bargeld an Fremde übergeben

Banken und Sparkassen unterstützen, indem sie ungewöhnliche Abhebungen überprüfen und Kunden warnen.

Beratung durch den Kommunalen Rat

Ab sofort können Seniorengruppen und Tagespflegeeinrichtungen die Präventionsveranstaltungen kostenlos buchen. Zuständig ist Frau Wahls von der Fachstelle Chancengleichheit im Stadthaus. Sie ist unter der Telefonnummer 0385 545-1273 sowie per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

Zusätzlich kann das Landespolizeiorchester Veranstaltungen musikalisch begleiten – ebenfalls kostenfrei.

Folgen für die Seniorin

Für Gertrud K. kommen die Maßnahmen zu spät. Sie öffnet Fremden nicht mehr die Tür und fühlt sich in ihrer eigenen Wohnung unsicher. Der finanzielle Verlust von 500 Euro wiegt schwer. Doch stärker belastet sie das Misstrauen, das bleibt.

Quelle: Nordkurier, www.extratimeout.com/de