Montag, 24 Oktober 2022 16:38

Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall: Den Unterschied erkennen

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Experte für Bandscheibenvorfälle  Experte für Bandscheibenvorfälle  pixabay

Wer Schmerzen im Rücken verspürt, ist sich oft nicht sicher, ob hier ein Hexenschuss oder ein Bandscheibenvorfall dahintersteckt. Beides ist im Bereich des unteren Rückens möglich. Doch wie erkennt man den Unterschied?

 

Ein Bandscheibenvorfall sollte ernst genommen werden

Bei einem Bandscheibenvorfall verrutschen die Bandscheiben zwischen den Rückenwirbeln. Das drückt auf die Nerven. Es kann zu Lähmungserscheinungen und Schmerzen kommen. Ein Bandscheibenvorfall kann sowohl plötzlich auftreten als auch sich über einen längeren Zeitraum aufbauen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Schmerzen nachlassen, doch sie kehren immer wieder zurück. Für viele ist unbekannt, dass ein Bandscheibenvorfall auch in der Halswirbelsäule auftreten kann. Dabei kommt es zu Schmerzen im Nacken. Dieser Schmerz kann sich bis in die Schultern, Arme und Hände ziehen. Vorwiegend tritt ein Bandscheibenvorfall jedoch an der Lendenwirbelsäule auf.

Da es selbst erfahrenen Medizinern schwerfallen kann, einen Bandscheibenvorfall zu erkennen, sollte auf bestimmte Punkte geachtet werden. Es gibt drei Symptome, die ganz eindeutig auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten. Zum ersten kann ein Taubheitsgefühl in den Beinen und Füßen oder in den Armen und Händen auftreten. Auch ein Brennen oder Kribbeln in den Bereichen ist möglich. Der zweite Punkt ist Inkontinenz. Das nächste Anzeichen ist eine Bewegungseinschränkung. Hierzu zählen Lähmungserscheinungen, aber auch die verlorene Kraft in der Muskulatur der Arme und Beine. Treffen diese Punkte zu, sollte ein Experte für Bandscheibenvorfälle aufgesucht werden.

Um herauszufinden, ob die Beschwerden von einem Hexenschuss oder einem Bandscheibenvorfall kommen, sollten ein paar Punkte abgeklärt werden. Wichtig ist zu wissen, ob einer der Eltern bereits einen Bandscheibenvorfall hatte. Eine frühere eigene Bandscheibenvorfalldiagnose kann auf einen erneuten Vorfall hindeuten. Wenn keine Wärme hilft, kann dies auch auf einen Bandscheibenvorfall zurückzuführen sein.

Ein Hexenschuss ist meistens ungefährlich

80 Prozent der erwachsenen Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an einem Hexenschuss. Mediziner sprechen von einer "Lumbago". Der Hexenschuss hat seinen umgangssprachlichen Begriff, weil ein einschießender Schmerz plötzlich den Rücken schmerzt. Es fühlt sich an wie ein Schuss, der aus dem Nichts kommt. Häufig entsteht ein Hexenschuss durch eine abrupte oder ungewohnte Bewegung. Außerdem kann zu wenig Bewegung, Übergewicht oder häufiges Sitzen die Entstehung eines Hexenschusses begünstigen. Auch körperliche Arbeit und seelische Belastung können Ursachen sein. Eine verkrampfte oder verhärtete Muskelverspannung wird durch eine ruckartige Hebebewegung herbeigeführt.

In manchen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden

Normalerweise klingt ein Hexenschuss ohne ärztliche Behandlung schnell wieder ab. Oft vergeht eine Woche, bis die Beschwerden vergehen. In vielen Fällen benötigen Patienten zwei Wochen zum Erholen. Vier bis sechs Wochen benötigen wenige Patienten, bis sie keine Beschwerden mehr haben. Sollte der Schmerz nach dem Hexenschuss zunehmen oder nach zwei bis drei Tagen noch immer stark ausgeprägt sein, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Auch ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bein sollte ernst genommen werden. Der Arzt kann hier eine Physiotherapie verschreiben.

Bei hohem Fieber und Schüttelfrost sollte sofort der Notruf gewählt werden. Die Schmerzen können nachlassen, aber Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühl im Schritt sowie Inkontinenz sind weitere Anzeichen, bei denen es ein schnelles Handeln erforderlich ist. Krebspatienten und chronisch Kranke sollten in jedem Fall bei plötzlich heftigen Rückenschmerzen den Notruf alarmieren. Ansonsten sollten auch während eines Hexenschusses die gewohnten Aktivitäten stattfinden. Schmerzmittel kann kurzfristig für Linderung sorgen.

Hexenschuss und Bandscheibenvorfall sind sich ziemlich ähnlich. In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn nach mehreren Tagen keine Besserung eingetroffen ist. Meistens helfen konservative Methoden wie Medikamente oder Krankengymnastik.