Freitag, 04 April 2025 13:47

Streit über A14-Zubringer spaltet Schweriner Politik

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A14-Zubringer A14-Zubringer pixabay/Foto illustrativ

Die Debatte um den geplanten Zubringer zur Autobahn 14 spitzt sich zu. Während Schwerins Verwaltung konkrete Zahlen verspricht, wächst der Widerstand bei Teilen der Stadtvertretung. Die Wirtschaft hingegen stellt sich geschlossen hinter das Projekt. Im Zentrum steht eine Kernfrage: Wie teuer wird das Ganze – und wer übernimmt die Kosten?

Inhaltsverzeichnis:

Peter Todt sieht Schlüsselrolle für Schwerin

Die Industrie- und Handelskammer Schwerin bewertet den Zubringer als entscheidend für die Standortentwicklung. Hauptgeschäftsführer Peter Todt verweist auf die Bedeutung des Industrieparks Schwerin, der mit direkter Anbindung an die Autobahn neue Chancen für die gesamte Metropolregion Hamburg eröffnen könnte.

Todt nennt mehrere Vorteile:

  • Entlastung der Innenstadt durch Umleitung des Verkehrs.
  • Vorteile für Logistikunternehmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim.
  • Bessere Vermarktung bestehender Gewerbeflächen in Schwerin-Süd, Görries und Sacktannen.

Mit der neuen Bahnstation „Schwerin Industriepark“ sei ein erster Schritt erfolgt. Der A14-Zubringer würde dieses Angebot abrunden.

Arndt Müller warnt vor explodierenden Kosten

Kritik kommt von Arndt Müller, Fraktionschef der Bündnisgrünen. Er bezeichnet das Vorhaben als „verzichtbar“ und fordert ein Ende der Planungen. Die Gründe: steigende Kosten, fehlende Förderzusagen sowie keine Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Die Entwicklung der Kosten im Überblick:

  • 2008: 6 Millionen Euro
  • 2020: 10 Millionen Euro
  • Heute: rund 17 Millionen Euro

Eine Umweltbelastung durch die Versiegelung von neun Hektar Fläche und Eingriffe in acht Hektar Wald erhöht laut Müller zusätzlich die Risiken.

Georg Kleinfeld und Leif-Erik Holm verteidigen das Projekt

Unterstützung erhält das Vorhaben von CDU und AfD. CDU-Vertreter Georg Kleinfeld betont, dass steigende Baukosten bei langfristigen Projekten nicht ungewöhnlich seien. Zudem hätten zahlreiche Firmen bereits im Vertrauen auf den Zubringer investiert.

Leif-Erik Holm (AfD) betont den wirtschaftlichen Nutzen. Er fordert eine zügige Umsetzung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu sichern.

Auch Baudezernent Bernd Nottebaum verweist auf die erwartete Förderung von Land und Bund. So könne der städtische Anteil trotz Gesamtkosten von 17 Millionen Euro auf rund 6 Millionen Euro begrenzt bleiben – je nach Baukostenentwicklung möglicherweise auch 10 Millionen.

Antrag abgelehnt – Planungen gehen weiter

Der Antrag der Grünen auf Stopp des Projekts wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Stadtverwaltung will bis Sommer eine detaillierte Vorlage mit allen Kostenschätzungen und Finanzierungsmodellen präsentieren. Dann folgt eine erneute politische Bewertung.

Aus Sicht der Landesregierung ist der A14-Zubringer zentral für die Investorengewinnung. Trotz ökologischer Eingriffe verfolgt auch das Land die Umsetzung der Anbindung aktiv weiter. Der Streit um Nutzen und Kosten dürfte damit anhalten.

Quelle: Nordkurier, www.24edu.info/de